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Deutsche Limeskommission

Deutsche Limeskommission

45. Kastell Aalen

Stadt Aalen, Ostalbkreis

Stadt Aalen, Ostalbkreis. Ein Open Air Park innerhalb des Kastells mit den Überresten des Hauptquatiers, den Principia, Gebäude des Limesmuseum. Bild unten - Konservierte Fundamente der principia innerhalb des Kastells während einer Museumsveranstaltung

Das Aalener Kastell war der Garnisonsort der Ala II Flavia milliaria und Hauptsitz der Militärverwaltung des raetischen Limesabschnittes. Das 6,07 ha große Steinkastell ist das größte Lager am raetischen Limesabschnitt und besitzt einen nahezu rechteckigen Grundriss von ca. 277 x 214 m. An der Südost-Seite sind bei neueren Grabungen vier umlaufende Gräben festgestellt worden, die sicherlich das ganze Kastell umgeben haben. Die Umwehrung ist durch turmgesicherte Tore, Ecktürme und Zwischentürme entlang der Seiten verstärkt. Von der Innenbebauung sind neben dem steinernen Stabsgebäude, den principia weitere in Stein ausgeführte Bauten sowie geringe Reste der in Fachwerk errichteten Kasernenbauten belegt.

Während der Untersuchungen der Reichs-Limeskommission war das Areal des Kastells zum größten Teil noch unbebaut. Bei der Errichtung des Limesmuseums konnten 1964 und 1977 Grabungen im Bereich des Nordwesttors durchgeführt werden. In den Jahren 1978 bis 1986 wurden die principia ausgegraben, wozu noch Grabungen 1988, 1997 und 1999 an der Umwehrung kamen.

Das Areal des Kastells liegt in einem modernen Stadtteil von Aalen. Ein Drittel des Lagers befindet unter dem mittlerweile stillgelegten alten Friedhof, das mittlere Drittel nimmt das Areal des Limesmuseums mit seinen Außenanlagen ein, wo auch die nach den Grabungen konservierten principia liegen. Das letzte Drittel ist heute mit moderner Einzelhausbebauung bedeckt. Obertägig sichtbar sind neben den principia noch das Nordwesttor sowie das im Pflaster markierte Nordosttor. Auch der vicus, der sich vornehmlich nord- und südöstlich des Kastells erstreckte, ist heute dicht überbaut; die Lage des Kastellbades vor der Nordecke des Kastells ist bekannt, während bisher keinerlei Hinweise auf die zu erwartenden Gräberfelder vorliegen.

 

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