Home        deutsch  |  english

Deutsche Limeskommission

Deutsche Limeskommission

47. Kastell Dambach

Gemeinden Ehingen-Dambach und Unterschwaningen-Dennenlohe, Kreis Ansbach

Ehingen-Dambach und Unterschwaningen-Dennenlohe, Kreis Ansbach. Ansicht des Limes entlangs des Waldrandes. In der Mitte der Standort des Kastells und des VICUS. Bild unten - Lage des Kastells. Ansicht von Süden.

Das Kastell Dambach wurde vermutlich um die Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. für eine bisher unbekannte Numerus-Einheit errichtet. Den Befunden nach wurde das etwa 1 ha (84 x 115 m) große Holzkastell für den Numerus unter Commodus (180-192 n. Chr.) oder einem Nachfolger vergrößert. In dem nun 2,15 ha (187 x 115 m) großen Steinkastell war die Cohors II Aquitanorum untergebracht.

Seine seltsam langgestreckte Form, bedingt durch die Erweiterung zum Kohortenkastell, sowie seine Lage parallel zum Limes sind einzigartig unter den Kastellplätzen am Obergermanisch-Raetischen Limes.

Ausgrabungen fanden durch die Reichs-Limeskommission (W. Kohl), nachfolgend wiederholt durch das Landesamt für Denkmalpflege, statt.

Die archäologisch bedeutsamen Flächen liegen zum Teil im feuchten Talgrund des Moosgrabens. Hier ist beim Bau von Teichanlagen mit der Auffindung organischer Reste aus römischer Zeit wiederholt Feuchtbodenerhaltung belegt worden, spektakulär sind die Überreste eines Quellheiligtums mit seinen hölzernen Votivgaben (siehe dazuInitiates file download Der LIMES 3, 2009, 1). Die topographische Lage des Kastells ist nicht mehr erfahrbar, da das Gelände durch moderne Entwässerungsgräben, Teichanlagen und die Bodenveränderungen eines ehemaligen Lehmabbaus stark verändert ist. Durch geophysikalische Untersuchungen in den letzten Jahren konnte südlich des Kastells eine Bebauung des Vicusgebietes mit massiven Steingebäuden sowie im etwas weiter gelegenen Bereich mit Holzgebäuden festgestellt werde. (Siehe Initiates file downloadDer LIMES 7, 2013,2) Im anschließenden Waldareal liegen mehrere, nicht bestimmte Gebäudegrundrisse eines weiteren Vicusareals, darunter ein ovaler Wallbefund, möglicherweise ein kleines Amphitheater (Durchmesser 42 x 37m; Höhe der Wallkrone bis 2m). Im Außenbereich des vicus konnten südlich, östlich und westlich Gräberfelder nachgewiesen werden.

 

Geschäftsstelle der Deutschen Limeskommission  -  Am Römerkastell Saalburg 1  -  D-61350 Bad Homburg v.d.H.  -  Tel. 06175-937434  -  Fax 06175-937411  - info(at)deutsche-limeskommission.de

made by PictoGraphica