54. Kastell Burgsalach

Gemeinde Burgsalach, Kreis Weißenburg-Gunzenhausen

Etwa 1,3 km hinter der Limeslinie befindet sich in Burgsalach an der Straße von Weißenburg/Biriciana nach Pfünz/Vetoniana ein quadratischer Steinbau (32,5 x 32,5 m), der als „Burgus in der Harlach“ bekannt ist. Das Gebäude hatte einen halbkreisförmig einspringenden Torhof. Die Räume waren um einen Innenhof angeordnet. In den Nordwestprovinzen ist dieser Grundriss einzigartig. Aus dem römischen Nordafrika kennt man ähnliche Anlagen hingegen auch als militärische Bauform. Allerdings sind diese sog. Centenaria meist deutlich kleiner. Aus diesem Grund wird die Errichtung des „Burgus in der Harlach“ häufig mit degradierten Soldaten der legio III Augusta in Verbindung gebracht, die nach 238 n. Chr. aus Lambaesis (heute Algerien) nach Raetien versetzt wurden. Da der Innenhof und der Torhof Elemente sind, die sich auch in der zivilen römischen Architektur finden, wurden auch andere Nutzungen, z. B. als Gasthaus (mansio), diskutiert. Eine Deutung als Kleinkastell, das etwa 100 Mann Platz bot, ist jedoch am wahrscheinlichsten. Datiert wird das Gebäude zwischen die Mitte des 2. und die Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr.

Die Wehranlage wurde 1916/1917 untersucht und war damals teils noch über 3 m hoch erhalten. 2008 erfolgten durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege zuletzt Konservierungsmaßnahmen und im Rahmen dessen kleine Nachgrabungen. Dabei zeigte sich, dass trotz Substanzverlusten durch Verwitterung und ältere Restaurierungsmaßnahmen bis heute überraschend große Teile der römischen Originalsubstanz erhalten sind.

Unweit der Anlage in der Harlach (ca. 350 m südöstlich) wurde 1978 auf Luftbildern ein ca. 1,0 ha großes Holz-Erde-Kastell entdeckt. Eine 2008 ausgeführte Magnetometerprospektion bestätigte den Befund und legte offen, dass in seiner Nordwestecke ein kleineres Lager eingebaut war (ca. 50 x 50 m). Eine genaue Datierung ist uns für dieses Kastell in der Flur Bauernschlag nicht bekannt.

Das Areal des aufgemauerten „Kleinkastells“ in der Harlach liegt umzäunt in einer kleinen Lichtung in dem umgebenden Hochwald. Von einem als Aussichtspunkt gestalteten Abraumhügel aus sind die konservierten Fundamente gut überschaubar. Aus dem Umfeld, insbesondere aus den südwestlich angrenzenden Feldern und beiderseits der vorbeiziehenden Römerstraße Pfünz-Weißenburg sind archäologische Funde bekannt, die von einer zugehörigen Kastellsiedlung stammen könnten. Ausdehnung und Lage des vermuteten vicus sind jedoch nicht gesichert.

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