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Deutsche Limeskommission

Deutsche Limeskommission

56. Kastell Böhming

Gemeinde Kipfenberg, Gemarkung Böhming, Kreis Eichstätt

Gemeinde Kipfenberg, Gemarkung Böhming, Kreis Eichstätt. Standort Kastell und VICUS. Die Kirche und das Gräberfeld markieren das Zentrum. Bild unten -Die Form des Kastells ist als Rechteck um die Kirche herum sichtbar.

Vermutlich unter Kaiser Traian (98-117 n. Chr.) wurde der Kastellort von Böming gegründet. Bis zu seinem gewaltsamen Ende in der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. beherbergte es eine unbekannte Einheit von der Größe eines Numerus (etwa 160 Soldaten). Das wahrscheinlich in Holz-Erde-Bauweise errichtete Kastell wurde einer Bauinschrift zufolge im Jahr 181 n. Chr. in Stein ausgebaut.

Die Ausgrabungen der Reichs-Limeskommission 1898 wiesen die Umwehrung des 0,7 ha (95 x 78 m) großen Steinkastells und Teile der Verwaltungsräume (principia) nach. Spätere Notbergungen des Landesamts für Denkmalpflege betrafen Teile des Vicus und des Gräberfeldes.

Der rechteckige Kastellgrundriss ist auf der Flur Kirchfeld anhand deutlich sichtbarer, bis zu 1,5 m hoher Geländekanten auf allen vier Seiten erkennbar. Ein Teil der Kastellinnenfläche ist durch die Kirche samt umgebendem Friedhof und zugehörigem Messnerhaus überbaut. Dagegen sind vom Kastelldorf, das durch Funde und Befunde im Bereich südlich und östlich des Kastells bis zu dem heutigen Ortsrand lokalisiert werden kann, keine Spuren zu sehen. Das Gräberfeld im Südosten reicht weiter unter das heutige Ortsgebiet. Das Gelände nördlich und westlich des Kastells liegt im Hochwasserbereich der Altmühl; dort sind bislang kaum Befunde bekannt. An der Geländekante südwestlich des Kastells und weiter nach Süden wird entlang der Hochwasserlinie die Römerstraße angenommen.

Geschäftsstelle der Deutschen Limeskommission  -  Am Römerkastell Saalburg 1  -  D-61350 Bad Homburg v.d.H.  -  Tel. 06175-937434  -  Fax 06175-937411  - info(at)deutsche-limeskommission.de

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