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Deutsche Limeskommission

Deutsche Limeskommission

58. Kastell Eining

Neustadt a.d. Donau, Gemarkung Eining, Kreis Kelheim

Neustadt a.d. Donau, Gemarkung Eining, Kreis Kelheim. Übersicht der Kastelle auf beiden Seiten der Stadt. Bild unten - Konservierte Ruine des Kastells Eining mit VICUS.

Bereits seit dem 16. Jahrhundert sind römische Funde aus dem Bereich von Eining bekannt. Umfangreiche Ausgrabungen fanden durch die Reichs-Limeskommission statt, vor allem P. Reinecke war in den Jahren 1911 bis 1920 sehr aktiv. Eine Bauinschrift verweist auf den Kaiser Titus (79-81 n. Chr.) als Bauherren eines vermutlich in Holz-Erde-Bauweise errichteten Kastells. Besatzung bildete die Cohors IV Tungrorum. Unter Antoninus Pius (138- 161 n. Chr.) wurde es in Stein ausgebaut, um in den Markomannenkriegen (166-180 n. Chr.) zerstört zu werden. An der Stelle des früheren Kastells wurde durch die 2. Italische Legion ein neues Steinkastell errichtet. Es hatte die Maße 147 x 122 m mit etwa 1,5 ha Fläche. Die hier stationierte Truppe war die Cohors III Britannorum. Nach einer erneuten Umbauphase im Jahr 213 n. Chr. wurde die Kastellfläche in der Mitte dieses Jahrhunderts reduziert. In dieser Form existierte das Kastell bis in das 5. Jahrhundert hinein.

Die Ausdehnung des Kastelldorfes ist durch Luftbildbefunde, Grabungen und Fundmeldungen der vergangenen Jahrzehnte bekannt, etwa 10 ha Siedlungsfläche werden angenommen.

Das Areal des archäologischen Denkmals liegt etwa 500 m südlich des Ortsrandes von Eining dicht an der Terrassenkante über dem Flüsschen Abens in der Flur „Auf der Burg“. Das Kastell liegt eingezäunt innerhalb eines archäologischen Parkgeländes. Wehrmauern und die wichtigsten steinernen Innenbauten sind im Grundriss konserviert bzw. restauriert. Getrennt durch den Verlauf der heutigen Staatsstraße Neustadt-Eining dehnen sich in den landwirtschaftlich genutzten Flächen nördlich teilweise bis unter den Südrand des heutigen Dorfes, östlich und südlich die Reste eines umfangreichen Vicus aus; ein Gräberfeld ist an der südlichen Ausfallstraße des Kohortenkastells bekannt. Im Süden berühren Leitungstrassen (Gaspipeline, zwei Freileitungen für Hochspannung) das Gelände, Teile des Denkmals sind durch die weitere Ortsausdehnung, den Ausbau der Staatsstraße und verschiedener Feldwege sowie den Hopfenanbau bedroht.

In der Flur Unterfeld östlich des Ortskernes von Eining befinden sich die Reste eines 11 ha großen Militärlagers, das zur Donau hin ausgerichtet war. Es dürfte sich um ein Versorgungslager der Legio III Italica handeln, die hier für kurze Zeit während der Markomannenkriege um das Jahr 175 n. Chr. stationiert war. Ausgrabungen (H. Schönberger) und Luftbildbefunde zeigen ein 380 x 340 m großes, von zwei Spitzgräben und einer Rasensodenmauer umgebenes Lagerareal, dessen Innenbebauung im Wesentlichen aus Holz-/Fachwerk-Gebäuden bestand. Die Umwehrung ist östlich der Staatsstraße als bis zu 2 m tiefer Hohlweg und an der Südostseite ca. 250 m weiterführend durch einen außen anliegenden Feldweg nachvollziehbar. Ein zugehöriges Lagerdorf  ist durch Luftbildarchäologie und Geophysik bekannt.

Linkes Bild - Blick in das Kastell Eining. Rechtes Bild - Standort des Kastell Eining-Unterfeld.

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