47. Kastell Dambach

Gemeinden Ehingen-Dambach und Unterschwaningen-Dennenlohe, Kreis Ansbach

In Dambach wurde vermutlich um 180/190 n. Chr. ein kleines Kastell erbaut. Den Befunden und Inschriftenfragmenten nach zu urteilen wurde das etwa 1 ha große Holzkastell in severischer Zeit (193–235 n. Chr.) zuerst in Stein ausgebaut und dann vergrößert, so dass im 3. Jahrhundert n. Chr. in dem nun 2,15 ha großen Steinkastell genügend Raum für eine 500 Mann starke Kohorte war. Dadurch erhielt es eine seltsam langgestreckte Form, die ebenso wie seine Lage parallel zum Limes einzigartig unter den Kastellplätzen am Obergermanisch-Raetischen Limes ist. Wie auch die anderen Kastelle des raetischen Limes fanden das Kastell und die Zivilsiedlung von Dambach wohl durch eine Brandzerstörung im Jahr 254 n. Chr. ihr Ende.

Ausgrabungen fanden durch die Reichs-Limeskommission (W. Kohl), nachfolgend wiederholt durch das Landesamt für Denkmalpflege, statt.

Die archäologisch bedeutsamen Flächen liegen zum Teil im feuchten Talgrund des Moosgrabens. Hier ist beim Bau von Teichanlagen mit der Auffindung organischer Reste aus römischer Zeit wiederholt Feuchtbodenerhaltung belegt worden. Spektakulär sind die Überreste eines Quellheiligtums mit seinen hölzernen Votivgaben (siehe dazu Der LIMES 3, 2009, 1). Die topographische Lage des Kastells ist nicht mehr erfahrbar, da das Gelände durch moderne Entwässerungsgräben, Teichanlagen und die Bodenveränderungen eines ehemaligen Lehmabbaus stark verändert ist. Durch geophysikalische Untersuchungen konnte in den letzten Jahren südlich des Kastells eine Bebauung des Vicusgebietes mit massiven Steingebäuden sowie im etwas weiter südlich gelegenen Bereich mit Holzgebäuden festgestellt werden (siehe Der LIMES 7, 2013,2). Im anschließenden Waldareal liegen mehrere, nicht bestimmte Gebäudegrundrisse eines weiteren Vicusbereiches, darunter ein ovaler bis zu 2 m hoch erhaltener Wallbefund, bei dem es sich um eines der wenigen kleinen Amphitheater (Durchmesser 42 x 37 m) handelt, die vom Limes bekannt sind. An den Rändern des vicus konnten südlich, östlich und westlich Gräberfelder nachgewiesen werden.

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