



Kastell Inheiden war der Garnisonsort eines bisher unbekannten Numerus. Das Steinkastell von 1,1 ha Größe besaß einen rechteckigen Grundriss, vier Tore und war von zwei Gräben umgeben. Luftbilder lassen im Inneren zahlreiche Steinbauten erkennen, darunter die principia (Stabsgebäude). An derselben Stelle befand sich ein Vorgängerkastell (0,7 ha) mit nahezu quadratischer Umwehrung aus Holz und Erde. Es war von einem Graben umgeben und besaß wohl nur ein Tor. Das Lagerdorf erstreckte sich nach Westen, Osten, besonders aber nach Süden. Hier befand sich eine Straße, die von der Porta praetoria zum Kastell Echzell führte. An ihr reihten sich zu beiden Seiten teilweise große Bauten aneinander. Am südlichen Rand der Bebauung schloss sich das Gräberfeld an.
Zwei ältere Kastelle, wohl vom Ende des 1. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts, wurden westlich des Steinkastells festgestellt. Eine Anlage befand sich direkt vor der westlichen Front, die andere erst in 300 m Entfernung. Die Vorgängeranlagen besaßen eine Umwehrung aus Holz und Erde und waren von einem Graben bzw. zwei Gräben umgeben. Die Innenbebauung ist bei beiden Anlagen unbekannt. Sie wurden erst 1985 und 1986 durch die Luftbildarchäologie entdeckt.
Die einzige umfangreiche Grabung im Jahre 1885 erbrachte keine Klarheit über den Kastellgrundriss. Erst durch die Luftbildarchäologie der letzten Jahrzehnte ist das Wissen über den Kastellplatz gewachsen. 1976 wurde im Lagerdorf ein Steingebäude ausgegraben, 2010 fanden geophysikalische Untersuchungen statt.
Die Reste der Kastelle befinden sich im Bereich von Äckern. Bis auf wenige Wiesen liegt auch das Areal des Lagerdorfes in Äckern. Lediglich der Südrand des Lagerdorfes dürfte teilweise unter Kleingärten liegen. Das Gräberfeld südwestlich des Kastells wird zum größten Teil mit Kleingärten überbaut sein, ein Teil sogar beim Braunkohleabbau zerstört worden sein. Eine Eisenbahnlinie quert die antike Siedlungsfläche.
Von Kastell und Lagerdorf ist heute nichts mehr zu sehen.
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