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Deutsche Limeskommission

Deutsche Limeskommission

17. Kastell Butzbach

Stadt Butzbach, Wetteraukreis

Stadt Butzbach, Wetteraukreis. Standort des Kastells und des VICUS. Bild unten - Detail

Das Kastell Butzbach wurde in seiner Bestehungszeit mehrfach umgebaut, verschiedene Einheiten wechselten sich als Besatzung ab. In einem Kastell von etwas über 4 ha Größe mit einer Umwehrung aus Rasensoden, Holz und Erde, das bald nach 90 n. Chr. errichtet wurde, lag die Cohors II Raetorum civium Romanorum und eine weitere unbekannte Truppe. Es hatte einen rechteckigen Grundriss, vier Tore und war von einem Graben umgeben. Die Innenbebauung aus dieser Phase ist unbekannt. Wahrscheinlich um 135 n. Chr. wurde die Cohors II auf die Saalburg verlegt, sie wurde durch die Cohors II Augusta Cyreneica equitata ersetzt, welche ein Steinkastell von 2,8 ha Fläche errichtete. Ebenfalls mit rechteckigem Grundriss und vier Toren besaß es Ecktürme und zahlreiche Zwischentürme. Zwei Gräben umgeben das Kastell. Um die Mitte des 2. Jahrhunderts wurde das Kastell auf 3,3 ha erweitert. Möglicherweise bildete nun die Ala Moesica felix torquata die Besatzung des Kastells, zumindest ist ihr Name inschriftlich erwähnt. Von der Innenbebauung der Steinkastelle sind die principia (Verwaltungsgebäude) und das praetorium, das Wohnhaus des Kommandanten, gefunden worden.

Rund um das Kastell, besonders aber nach Westen an der Straße, die zu einem bedeutenden Limesübergang führte, entwickelte sich das Lagerdorf. Es hatte mit seiner Größe und Struktur mehr kleinstädtischen als dörflichen Charakter. Die Lage des Bades ist unbekannt. Ein großes Gräberfeld konnte im Süden des Kastells an der römischen Straße nach Friedberg lokalisiert werden. Die Größe des Lagerdorfs verdeutlicht die Bedeutung des Platzes. In der Nähe des Kastells befand sich eine wichtige Straße, die zu den germanischen Siedlungen im Gießener Becken und weiter ins Innere Germaniens führte.

1842 fanden die ersten Ausgrabungen statt. Erst die Grabungen der Reichs-Limeskommission unter F. Kofler 1892 führten zur Entdeckung des Kastells.1953 bis 1956 fanden umfangreiche Ausgrabungen im Lagerdorf westlich des Kastells, 1955 und 1961 Grabungen im Kastell statt. Geophysikalische Untersuchungen wurden im Jahr 2008 am Kastellplatz vorgenommen.

Durch das Gelände der Kastelle führt die Bundesstraße 3. Daneben befinden sich auf diesem Areal hauptsächlich einige Wohnhäuser mit Gärten und eine Reithalle. Ansonsten ist das Gelände unbebaut und entweder als Wiese oder Reitplatz genutzt. Lagerdorf und Gräberfeld sind bis auf wenige Restflächen überbaut. Von dem Kastell und dem Lagerdorf ist heute nichts mehr zu sehen.

 

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