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Deutsche Limeskommission

Deutsche Limeskommission

Außerordentliches Promotionsstipendium

Außerordentliches Promotionsstipendium der Deutschen Limeskommission in Verbindung mit der Sparkassenstiftung Weißenburg und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege: Der Vicus von Weißenburg in Bayern

Bearbeiter: Frederik-Sebastian Kirch M.A.

Kontakt: Frederik.Kirch@gmx.de

 

Das Alenkastell Weißenburg-Biriciana befindet sich wenige Kilometer südlich des Raetischen Limes auf einer Anhöhe östlich der schwäbischen Rezat. Die zugehörige Zivilsiedlung entstand in unmittelbarer Nähe. Das Lager wurde um 90 n. Chr. errichtet und fand vermutlich im Jahr 254 n. Chr. vor dem Hintergrund militärischer Auseinandersetzungen in einem Brand sein Ende.

 

Vor allem westlich des Kastells sind große Flächen des vicus archäologisch untersucht. Die Ausgrabungen erfolgten, parallel zu den bereits publizierten Grabungen an der Nordfront des Kastells, in den Jahren 1987/ 1988, sowie 1997. Die Grabungsergebnisse wurden bislang in jährlichen Berichten im Archäologischen Jahr in Bayern vorgestellt, jedoch nicht grundlegend ausgewertet. Ziel des Promotionsstipendiums ist die Aufarbeitung und Vorlage aller Befunde und Funde der Vicusgrabungen von 1987/1988

 

Anhand der beobachteten Befunde von Stein- und Holzgebäuden werden die einzelnen Bauphasen analysiert und die entsprechenden Siedlungsphasen und die Entwicklungsgeschichte der Zivilsiedlung mit den bisherigen Erkenntnissen zum Kastell verglichen. Die Bebauung soll mit anderen Kastellvici in Raetien und angrenzenden Provinzen verglichen werden, um strukturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen. Vor allem die in der Forschung aufgrund von neuen Dendrodaten und konzeptionellen Überlegungen zur Entwicklung des Limes diskutierte Anfangsdatierung des Kastells wird überprüft.  Ob, wie bislang angenommen, die Siedlungsaktivität im vicus gleichzeitig mit dem Kastell endet, wird eine Analyse des jüngsten Fundmaterials ergeben.

Außerordentliches Promotionsstipendium der Deutschen Limeskommission und der Ernte-Dank-Stiftung: Das mittelkaiserzeitliche Alenlager von Dormagen

Bearbeiter: Paul Marco Hardy M.A.

Kontakt: MarcoHardy@gmx.de

  

In der Regierungszeit Kaiser Domitians (81-96 n. Chr.) besetzte die berittene römische Hilfstruppeneinheit ala Noricorum ein etwa 3 Hektar großes Holz-Erde-Lager bei Durnomagus. Dieses Militärlager wurde Mitte des 2. Jh. durch ein Steinlager ersetzt, welches wohl um 160 n. Chr. einem Schadfeuer zum Opfer fiel und nicht wieder errichtet wurde.

Die Überreste dieses Alenlagers liegen im heutigen Innenstadtbereich der nordrhein-westfälischen Stadt Dormagen und sind durch die moderne Bebauung nahezu vollständig überdeckt. Die letzte umfangreichere Befund- und Materialvorlage erfolgte durch Gustav Müller im Jahre 1979. Seit 1987 waren fast jährlich Grabungsmaßnahmen der Bodendenkmalpflege notwendig, um im Vorfeld von baulichen Aktivitäten archäologische Strukturen und Funde zu dokumentieren. Hierdurch kann das Dormagener Lager als das am besten ergrabene am Limes in Nordrhein-Westfalen angesehen werden. Die Grabungsergebnisse wurden aber bisher nur in kürzeren Artikeln bekannt gemacht und eine umfassende Auswertung steht noch aus.

 

Im Rahmen eines außerordentlichen Stipendiums, welches die Deutsche Limeskommission gemeinsam mit der Ernte-und-Dank-Stiftung, dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland und in Zusammenarbeit mit dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V. gewährt, soll die archäologische Dokumentation zum Alenlager Dormagen im Rahmen eines Dissertationsprojektes aufgearbeitet werden. Ziel der Arbeit ist die Erstellung eines Gesamtkatalogs der Befunde und Funde, welche seit der letzten Publikation 1979 dokumentiert wurden. Hierbei soll vor allem eine Analyse der Gebäudestrukturen vorgenommen werden, um Aussagen zu Bauperioden und Entwicklungen des Lagers treffen zu können. Das Lager soll in seine Umgebung eingeordnet und in seiner Funktion am niedergermanischen Limes beschrieben werden. Auch handwerkliche Tätigkeiten im Militärlager werden untersucht. Zusätzlich erfolgt eine archäometrische Analyse der Keramik des Dormagener Alenlagers. Hierdurch soll eine geochemische Referenzgruppe des Fundplatzes erstellt werden, welche zum Abgleich mit Fundmaterial anderer Fundstellen genutzt werden kann. Zudem sollen durch Vergleiche mit den Produkten einer römischen Ziegelei in der Nähe Rückschlüsse auf eine mögliche lokale Produktion von Gefäßkeramik gezogen werden

 

Das Stipendium wurde auf Wunsch des Stipendiaten vorzeitig beendet.

 

 

Geschäftsstelle der Deutschen Limeskommission  -  Am Römerkastell Saalburg 1  -  D-61350 Bad Homburg v.d.H.  -  Tel. 06175-937434  -  Fax 06175-937411  - info(at)deutsche-limeskommission.de

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