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Deutsche Limeskommission

Deutsche Limeskommission

Das Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches“

Im Jahr 1987 wurde der Hadrianswall (Großbritannien) zum Welterbe erklärt. Es ist damit das erste Teilstück der römischen Grenze, das diese Auszeichnung erhielt. Im Juli 2005 beschloss das Welterbe-Komitee der UNESCO die Aufnahme des Obergermanisch-Raetischen Limes in die Liste des Weltkulturerbes. 2008 wurde der Antoninus Wall ebenfalls in das Welterbe aufgenommen.
Hadrians Wall, Antoninus Wall und Obergermanisch-Raetischer Limes bilden nun zusammen die ersten drei Teilabschnitte eines „transnationalen Welterbes“, das unter dem Namen "Grenzen des Römischen Reiches / Frontiers of the Roman Empire“ in Zukunft zwei Dutzend Staaten entlang der über 5.000 km langen Außengrenzen des ehemaligen Imperium Romanum in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika umfassen soll.

Archäologen aus vielen Ländern und internationalen Gremien definieren zurzeit dieses multinationale Weltkulturerbe, das einmal alle Außengrenzen des Römischen Reiches in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika umfassen soll. Mehrere europäische Länder bereiten gegenwärtig eigene Welterbe-Anträge vor, ein ambitioniertes Projekt, das gleichzeitig auch neue Chancen für den internationalen Schutz von Kulturgütern bedeutet.

Dieses Projekt stellt ein völlig neues, beispielloses Konzept dar, an dem Archäologen und Denkmalschützer aus vielen Ländern und internationalen Gremien mitarbeiten. Bestimmte Regeln und Standards müssen eingehalten werden. Doch jedes Land hat seine eigenen Traditionen in Bezug auf seine Archäologie, den Schutz und den Umgang mit seinen Denkmalen und die Präsentation und Interpretation seiner Funde in der Öffentlichkeit. Die Intention ist daher nicht, die Länder dazu zu bringen, ihre Traditionen zu ändern; vielmehr arbeiten Archäologen und Verwaltungsgremien zusammen, um ein Rahmenwerk zu schaffen, innerhalb dessen jedes Land seine eigenen Arbeitsweisen optimieren kann.

Die Definition des Welterbes

Mittlerweile schlossen sich Koordinatoren derjenigen Länder, die bereits ihre Absicht erklärt haben, ihren Grenzabschnitt als Weltkulturerbe zu nominieren, zur einem Gremium, der sogenannten „Bratislava-Gruppe“ zusammen, die sich nach dem Ort ihres ersten Treffens im März 2003 benannt hat. In dieser Gruppe sind Delegierte aus Deutschland, Großbritannien, Kroatien, Österreich, der Slowakei und Ungarn vertreten.

Die Bratislava-Gruppe unterhält enge Beziehungen zur UNESCO und wurde von dieser Organisation gebeten, eine Definition des Weltkulturerbes „Die Grenzen des Römischen Reiches“ zu erarbeiten.

Folgende Definition wurde vorgeschlagen:
 

„Das Weltkulturerbe ‚Die Grenzen des Römischen Reiches’ umfasst die Grenzlinie(n) am Höhepunkt des Reiches unter Trajan bis Septimius Severus (ca. 100 bis 200 n. Chr.) und Militäreinrichtungen anderer Perioden, die an dieser Linie bestanden. Zu den Einrichtungen gehören Legionslager, Kastelle, Türme, die Limesstraße, künstliche Barrieren und unmittelbar angeschlossene zivile Einrichtungen.“

Geschäftsstelle der Deutschen Limeskommission  -  Am Römerkastell Saalburg 1  -  D-61350 Bad Homburg v.d.H.  -  Tel. 06175-937434  -  Fax 06175-937411  - info(at)deutsche-limeskommission.de

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