Standort der Cohors I Ligurum et Hispanorum, vermutlich zu Anfang des 2. Jh. entstanden. Ältere Vorgängerlager sind nicht bekannt. Die Reichs-Limeskommission unter Conrady beschränkte ihre Untersuchungen auf wenige Sondagen zur Lokalisierung der Wehrmauern und Tore, neuere Grabungen fanden 2000/2001 im Zusammenhang mit Leitungsverlegungen statt.
Das Steinkastell von 2,2 ha Fläche besitzt einen nicht ganz regelmäßigen, annähernd quadratischen Grundriss von 135 m auf 144 m und ist nach Osten, zum Main hin ausgerichtet. Ein zwischen der Kastellfront und dem Flußufer liegendes Badegebäude wurde 1884/85 großflächig aufgedeckt.
Kastell und Vicusareal liegen im südlichen Bereich des alten Ortskerns und sind völlig überbaut. Die Grundrisstruktur der heutigen Stadt ist auf das Straßenkreuz des Kastells zurückzuführen. Obertägig sind keine Befunde sichtbar, lediglich der Freiraum vor der SW-Ecke (Parkplatz) macht die Lage des Kastellgrabens nachvollziehbar. Mit erhaltenen Befunden ist vor allem unter nicht unterkellerten Gebäuden und in den Gärten westlich des Ortskerns zu rechnen. Die nördliche Vicusausdehnung konnte mit der Bestimmung des Gräberfeldes indirekt begrenzt werden.
Durch die dichte Bebauung sind weite Teile des Denkmals nicht öffentlich zugänglich. Markierungen im Straßenpflaster kennzeichnen die Lage der Torturm-Fundamente. Fundobjekte sind mit der Nachbildung des Grabsteins von Marcellus Bolgedonis und dem Abguss einer Brunnenmaske öffentlich zugänglich gemacht. Die Aufstellung von Informationstafeln an den bekannten Befunden ist vorgesehen.
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