Garnisonsort der Cohors II Hispanorum und später der Cohors XXVI voluntariorum civium Romanorum zwischen dem Ende des 1. und dem Ende des 2. Jahrhunderts. Mit Hilfe von Baustellen- beobachtungen und durch Grabungsschnitte in den damals noch nicht überbauten Grundstücken konnte der Grundriss des Kastells 1898 durch Bodewig einigermaßen sicher festgelegt werden. Bei einem Erweiterungsbau der Schule wurden 1965 noch einmal Teile des Bades freigelegt und dokumentiert.
Das Steinkastell von 2,8 ha Fläche besitzt einen nahezu rechteckigen Grundriss von ca. 160 m x 180 m und wird von einem 8 m breiten Graben umgeben. Die Grabungsbefunde lassen auf Tortürme, Ecktürme sowie je zwei Zwischentürme entlang der Seiten schließen. Über die Innenbebauung ist mit Ausnahme einiger Mauerzüge nichts Nennenswertes bekannt. Das Areal des archäologischen Denkmals liegt heute in einem Stadtteil von Neuwied und ist teils durch alte, teils durch neuere, relativ dichte Bebauung in Gestalt von Wohnhäusern mit Innenhöfen und Gärten oder Straßenzügen weitgehend zerstört. Obertägig sind keine Reste des Kastells sichtbar; die heutige Geschwister-Scholl-Straße (ehem. Römerstraße) zeigt den Verlauf der Via principalis an. Auch der Vicus, der sich vornehmlich südlich und östlich des Kastells erstreckte, ist heute dicht überbaut; im Bereich des Kastellbades, das zur Zeit der Reichs-Limeskommission noch ungestört im freien Feld lag, befindet sich heute ein Schulgelände.
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